How to stay sane during X-mas season

Also, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde, wir Singing Moms sind ohnehin schon Heldinnen, ganz normal, während des Jahres und so. Aber zu Weihnachten schießen uns dann offenbar nochmal Superkräfte ein. Anders kann ich es mir nicht erklären, wie man das alles schafft: Es reicht ja schon, in der Adventzeit zu arbeiten. Finde ich. Oder bin ich die einzige, die momentan am liebsten ab 16.00 Serien schauen würde? Ist leider mit einem Musikschuljob sehr schlecht vereinbar…Es reicht noch mehr, in der Adventzeit (und ja, ich spare mir hier das Binnen-S, genau so wie im Adventkalender und im Adventkranz, aber nicht beim Schweinsbraten – #sorrynotsorry #österreicherin) zu arbeiten und ein Kind (oder mehrere) zu haben, die einen eigentlich daran erinnern, dass man diese Zeit einfach nur genießen soll. Erstes Dilemma. Aber dann ist ja unser Job nicht am 23. vorbei, und wir haben an den Feiertagen frei – es geht dann erst richtig los! Ob Muggen oder Gschäftl, die Problematik ist denke ich da wie dort dieselbe: Wie mach ich mir mit mir und meiner Familie schöne, gemütliche Feiertage, ohne völlig wahnsinnig zu werden?

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Elli in Königin/Hirtin-Personalunion beim Weihnachtsoratorium in Freiburg.

Während des Studiums fand ich es ein paar Jahre ganz lustig, wegen des Lebkuchenkinderchores in Hänsel und Gretel am 23. Dezember erst ganz spät in einen völlig überfüllten Zug zu meinen Eltern zu steigen und dann am 25. nochmal sechs Stunden Zugfahrt hin und retour auf mich zu nehmen, nur um dabei zu sein und an der Volksoper zu singen. Ich denke, das macht man nur, wenn man jung ist, und trotzdem tut es mir im Nachhinein leid, dass ich viele schöne Familienfeiern mit meinen damals noch lebenden Großeltern zum Großteil versäumt habe.

Im letzten Jahr war ich dann mit meiner Kleinstfamilie im Gepäck bis zum 24. Dezember singend in Potsdam. Es waren Helenes erste Weihnachten, sie war sieben Monate alt, und wir haben die Zeit in und um Berlin vor den Feiertage sehr genossen. Das Projekt war kinderfreundlich, Helene konnte mit David sogar zu einem Konzert kommen (es war ein Weihnachtsoratorium speziell für Kinder mit meiner geliebten Vokalakademie Berlin, partielles Mitsingen und Juchzen war also erlaubt), und als wir dann am Heiligabend wieder zuhause in Nürnberg ankamen, waren wir froh, dass wir den Baum schon vor der Konzertreise geschmückt hatten und so volé in die Feiertage übergleiten konnten. Das war auf jeden Fall schon ganz gut geplant und lange nicht so stressig, wie wir erwartet hatten.

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Helene, exakt sieben Monate alt und nach ihrem ersten WO

Ich hab allerdings ein paar Life Hacks für euch, falls euch auch danach dürstet, es im Advent und zu Weihnachten ein wenig ruhiger zu haben und ihr noch die eine oder andere Inspiration braucht. Oder falls ihr abgleichen wollt, ob ihr eh alles richtig macht (so wie wir alle – hab ich schon erwähnt, dass wir Heldinnen sind?). Ich lerne auch Jahr für Jahr dazu (heuer übrigens auch sehr gerne und viel auf Instagram bei mamalinauk – #seasonsgreentings – und neohippie.dk) und werde für mich und andere klarer, was Weihnachten sein soll: ein Fest der Zeit, ein Fest der Dankbarkeit, ein Fest, um diese großartige Geschichte rund um das Christkind zu feiern, ein Fest des Genusses und (Achtung, Allgemeinplatz, aber ernst gemeint) natürlich DAS Fest der Liebe.

Ellis Life Hacks für einen entspannten Dezember

Prioritäten setzen

Nein. Ich kann nicht unterrichten, Schüleradventkonzerte veranstalten, eine Woche in der Adventzeit auf Konzertreise sein UND selbst Adventkalender basteln, Adventkranz binden, das perfekte Weihnachtsdinner veranstalten und vor allem mit meiner Tochter und mit meinem Mann einen wunderbaren, gemütlichen Advent verbringen. Ich versuche mir also klarzumachen, was ich am wichtigsten finde (mit meiner kleinen Familie einen schönen Advent zu verleben), was daneben noch sein darf/sein kann/sein muss (Konzertreise, Schülerinnenkonzerte), und was einfach nicht Priorität hat (der Rest). Bei uns gibt es also meinen Kindheitsadventkalender (danke Mama) gefüllt mit gebrauchtem Christbaumschmuck, mit dem Helene jeden Tag einen alten Plastikweihnachtsbaum schmücken darf (danke Shoppingwahnsinn der 00er-Jahre, danke manche Sachen nicht wegschmeißen-Können), der Adventkranz kommt aus dem Kindergarten, und das Essen machen wir alle gemeinsam dank Raclettegrill, Schokobrunnen und Adamah-Lieferservice auch ganz entspannt. Mir geht nix ab!

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Zugegeben, wir hatten schon schönere Adventkränze. Aber sicher keinen so liebevoll verzierten!

Delegieren

Als wir letztes Jahr erst am 24. Dezember von einer Konzertreise zurückkamen, haben wir die gesamte Einkaufsliste delegiert. Heuer delegieren wir Kekse (danke Goldhaubenfrauen), den Weihnachtsputz (danke Debora, unsere heißgeliebte Putzfrau) und Einkäufe (danke lieber Adamah, danke, liebe Familie, die ihr noch nix davon wisst).

Geschenke minimieren,

und zwar sowohl die, die man bekommt, also auch die, die man sich überlegen muss: die beste Erfindung für Groß- und Patchworkfamilien ist das Wichteln! Es gibt inzwischen sogar eine App dafür („Secret Santa“), niemand zieht sich mehr selbst, und alle kriegen ihren Wichtel per Mail zugestellt. Ich habe versuch, mich heuer auch selbst beim Schenken an ein paar Regeln zu halten: wenig bis keinen Müll produzieren, Second Hand vor neu, Zeit schenken – und ich konnte vieles davon über willhaben.at und die diversen Konzertveranstalter im Internet reservieren und besorgen, das war genau richtig für meine acht Stunden lange Zugfahrt zum Weihnachtsoratorium in Freiburg…

Das leidigste Thema sind wahrscheinlich die

Geschenke für Kinder.

Ich will unbedingt vermeiden, dass Weihnachten für Helene ein Geschenkeexzess wird, das ist für mich einfach an der Bedeutung von Weihnachten vorbei. Für alle diejenigen, die Helene beschenken wollen, habe ich diese WhatsApp-Nachricht formuliert und Mitte November verschickt:

„Liebe Fans! Immer wieder erreicht uns von euch die Frage, was ihr Helene zu Weihnachten schenken könnt, deswegen gibt es von David und mir ein paar Gedanken dazu: Wir möchten, dass Weihnachten für Helene nicht primär das Fest des Geschenkbergs wird, darum ist uns ein wohlüberlegtes, hochwertiges Geschenk viel lieber als viele Packerl. Ein Spielzeug aus Holz zum Beispiel, das zum selbstständigen Spieler anregt, oder ein Buch, das dann vorgelesen wird. Alles mit Batterien ist für Helene natürlich wahnsinnig spannend, aber es schränkt gleichzeitig auch Helenes Kreativität ein, und es ist schlecht für die Umwelt. Apropos Umwelt: auch bei Kleidung ist uns ein liebes Teil, das fair und ökologisch hergestellt wurde, lieber als viele neue Sachen, für die Umwelt und Menschen leiden mussten. Und: wir finden Second Hand super, auch als Geschenk! Und gemeinsame Zeit ist sowieso das Größte…<3“

Es hat mich ganz schön viel Mut gekostet, diese Nachricht zu verschicken, aber ich war gleich danach extrem erleichtert. Jetzt hoffe ich nur, dass unsere Botschaft auch angekommen ist…noch fünf Mal schlafen, und wir werden es wissen!

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Am liebsten so: brauchbare Geschenke nachhaltig verpackt, dazu ein paar Bienenwachskerzen am und ein Baby vorm Baum

Es ist ja sowieso ein Lernprozess, und das für alle. Welche Engagements kann ich annehmen? Wie flexibel ist meine Familie, die Feier vielleicht zu verschieben, weil ich einfach ein urtolle Gschäftl singen könnte? Wie viel Stress mag ich mir selber antun (dieses ganze Zugfahrerei ist auch nicht zu unterschätzen…vor allem wenn die Bahn gefühlt ständig streikt, in Österreich und in Deutschland!)?

Was ich heuer gelernt habe, ist jedenfalls: gemütlich Punschtrinken mit einer Eineinhalbjährigen ist eine Utopie. Wir hatten drei Meltdowns: einmal wegen einer zu langen Schlange bei den Würsteln, einmal, weil wir Popohoppeln im Gatsch verhindert haben, und einmal wegen allgemeinen Overkills. Einmal probier ich es noch diese Woche, haltet mir die Daumen!

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Hm. Wann passt mein Wutausbruch am besten?

Aber ansonsten scheint Weihnachten mit so einem kleinen Wutz ja wirklich eine völlig neue Bedeutung zu bekommen. So schön ist diese Vorfreude und das Staunen über Kerzen, leere Krippen und große Bäume. Und ich hab eine leise Ahnung, dass das in den nächsten Jahren noch schöner wird!

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